Blau gemacht hat jede und jeder schon mindestens einmal; mit Sicherheit nicht nur in der Schulzeit, sondern auch bei anderen Gelegenheiten. Ein anarchisches Gefühl macht sich da breit und es weht einem der Duft von Freiheit und Unerlaubtem um die Nase! Doch woher kommt die Redewendung und aus welchem Zusammenhang? 
Jedem ist klar, was der Satz bedeutet, dass der ganze Satz aber eigentlich vollständig „blauen Montag machen“ heißt, weiß kaum wer. Was auf den teilweise gewährten freien Montag der Handwerksgesellen im Mittelalter zurückgeht (sogenannter „guter=freier Montag“), ist seitdem ein Ausdruck für eine zusätzliche freie Zeit. Damit könnte nicht nur ein erholsamer Tag mit Badbesuch eingelegt werden, sondern auch die Nachwehen des durchfeierten Sonntages kuriert werden. Ab der Mitte des 17.Jahrhunderts wurde auch synonym die Wendung „blauer Montag“ benutzt. Eine Erklärung für die blaue Farbe findet sich im handwerklichen Arbeitsfeld: die blau gefärbte Wolle musste man nach der  zwölfstündigen Färbeanwendung noch einen halben Tag oxidieren lassen, sodass für den Helfer oder Gesellen nicht immer ausreichend Arbeit zur Verfügung stand, er also „blau machen“ konnte. Eine andere Theorie besagt, dass die Feiertagskleidung blau war, da diese Farbe als hochwertiger als das Braun oder Grau der niedereren Stände galt. Wer die Feiertagskleidung vom Sonntag quasi anließ, weil er montags frei machte, machte „blau“. Spannend! 😸 (Informationen verwendet nach Lutz/Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Bd. 3)

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